Gedächtnisstörungen im Alter

Altersbedingt, akut oder Symptom einer Demenz?

Vergesslichkeit nimmt im Alter zu. Gedächtnisstörungen sind aber auch ein wesentliches Symptom demenzieller Erkrankungen. Ältere Menschen und deren Angehörige haben verständlicherweise Angst vor der Diagnose Demenz.Dennoch ist es wichtig, den Grad und Grund der Vergesslichkeit von einem Arzt abklären zu lassen.

Neben einer noch in der Altersnorm bestehenden Vergesslichkeit und einer demenziellen Erkrankung wie z. B. einer Alzheimer-Demenz können auch akute Einschränkungen des Gedächtnisses und anderer intellektueller Leistungen auftreten, z. B. im Rahmen einer akuten Vergesslichkeit mit Wesensveränderungen (Delir).

Die Ursachen für ein Delir können vielfältig sein, z. B.:

  • akuter Infekt
  • Medikamentennebenwirkungen
  • Flüssigkeitsmangel mit Veränderung der Blutsalze

Prinzipiell können delirante Syndrome durch die Therapie der Grunderkrankungen oftmals gut behandelt werden. Dabei ist bei Auftreten von Gedächtnisstörungen zunächst die entsprechende Diagnostik zur Abgrenzung deliranter Syndrome von demenziellen Erkrankungen wichtig.

Die Geriatrie mit ihrem multimodalen Team bietet dafür ideale Voraussetzungen: Ärztlicherseits können zugrunde liegende Ursachen wie Infekte, Elektrolytverschiebungen, Hormonstörungen (wie z. B. Schilddrüsenfunktionsstörungen) erkannt und behandelt werden. Ebenso kann eine weiterführende bildgebende Diagnostik mittels CT oder MRT des Kopfes veranlasst werden. Ein Screening-Test hinsichtlich der unterschiedlichen kognitiven Funktionen (MMSE-Test) wird bei allen unseren Patienten zu Beginn des stationären Aufenthaltes durchgeführt. Bei Auffälligkeiten kann dann in enger Absprache mit dem Patienten eine weitere differenzierte Diagnostik durch unsere Neuropsychologen erfolgen. Wichtig ist die Beurteilung durch das gesamte ärztliche, pflegerische und therapeutische Team, ob die Gedächtnisstörungen alltagsrelevante Auswirkungen haben.

In diesem Zusammenhang kann dann hinsichtlich der Therapie entschieden werden, ob eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist und welche weiteren unterstützenden Maßnahmen eingeleitet werden sollten:

  • Kognitive Trainingsverfahren
  • Unterstützung der Angehörigen zu Hause
  • Anbindung an eine Tagespflege
  • weitere teilstationäre Behandlung

Um diese Maßnahmen gut umzusetzen, ist, auch unter Einschaltung des Sozialdienstes, eine enge Abstimmung zwischen der stationären geriatrischen Versorgung und der ambulanten Weiterbehandlung durch den Hausarzt sowie die ambulanten Pflegedienste wichtig.

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