Sturzkrankheiten

Ein Sturz ist sowohl für den Betroffenen als auch für sein Umfeld ein einschneidendes Ereignis. Neben den direkten körperlichen Folgen (Knochenbrüche, Verletzungen) können seelische Folgen hinzukommen (Fallangst).

Einem Sturz liegen meist mehrere Ursachen zugrunde. Um die Ursachen abzuklären und die Folgen zu behandeln, steht hinter der spezialisierten Fachabteilung der Medizin, der Geriatrie, ein multiprofessionelles Team. Das Ziel ist, alle möglichen Ursachen zu beleuchten und zukünftige Stürze zu vermeiden.

Grundsätzlich sind Stürze bei älteren Menschen meist eine Kombination aus

  • den physiologischen Alterungsprozessen wie z. B. Muskelabbau (Sarkopenie) und Gebrechlichkeit (Frailty)
  • individuellen Erkrankungen und ihren funktionalen Folgen
  • einer ("natürlichen") Änderung des Lebensstils und daraus resultierender reduzierter körperlichen Fitness

Es werden zwei Sturzarten unterschieden:

  • synkopale (nicht lokomotorische) Stürze (Stürze mit Bewusstlosigkeit) durch kardiologische oder neurologische Erkrankungen und
  • lokomotorische Stürze

Lokomotorische Stürze lassen sich nochmals unterteilen in:

  • Stürze, die durch besondere Umstände der Umgebung entstehen, z. B. Glatteis, also durch äußere Umstände verursacht sind (extrinsisch-lokomotorische Stürze), und
  • Stürze, die nicht mit Bewußtlosigkeit einhergehen, jedoch trotzdem in den Menschen selbst begründet sind und im normalen Alltagsgeschehen auftreten (intrinsisch-lokomotorische Stürze). Diese Gruppe macht bei weitem den größten Anteil aus.

Weitere Risikofaktoren für eine Einschränkung des Gleichgewichtes und auch des Gangbildes sind mannigfaltig. Dazu gehören Sehschwäche, Medikamente, die das Bewusstsein verändern, und auch der bereits genannte Muskelabbau.

Die Geriatrie ist unter anderem auch auf die Prävention spezialisiert. So finden in den Therapieeinheiten, als auch in den Visiten regelmäßige Kontrollen möglicher Risiken statt. Zudem kontrollieren wir mögliche Vitaminmangelzustände und Hormonstörungen, welche auch mit einem erhöhtem Sturzrisiko einhergehen. In der Folge sind diese Ursachen sehr leicht und einfach zu beseitigen.

Zudem beüben und kontrollieren wir in den täglichen Therapien durch Physiotherapie und Ergotherapie das Gangbild und die ggf. notwendige Versorgung mit Hilfsmitteln, wie z. B. einen Gehstock oder einen Rollator, um das Gehen sicherer zu machen und Stürze in Zukunft zu vermeiden.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, durch die familiäre Pflege, das häusliche Umfeld zu beleuchten, und die Angehörigen, die die Betroffenen in Zukunft zu Hause begleiten und betreuen wollen, eingehend zu beraten.

Um diese Aufgaben alle professionell und zeitgleich zu erfüllen, besteht das geriatrische Team aus vielen einzelnen Berufsgruppen, wie z. B. Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychologie, Sozialdienst und Ärzten.

Sind Sie Patient?
Sie sind niedergelassener Arzt?

Derzeit sind keine Veranstaltungen geplant. Neue Termine folgen in Kürze.